Phytotherapie - Pflanzenheilkunde

20 Unterrichtstage in der Vollzeit-Ausbildung
93 Unterrichtsstunden á 45 Minuten
- entspricht Praxisreife -

Seminare zu Phytotherapie an der Hanseatischen Naturheilkunde-Akademie am Wochenende (LINK)

Kamillentee bei Bauchschmerzen, Pfefferminztee bei Übelkeit. Dies gehört zu den bekannten und alltäglichen Methoden der Pflanzenheilkunde. Aber vielen Menschen, die bei Kopfschmerzen zur Aspirin greifen, ist nicht bewusst, dass sie ein Vorbild aus der Natur hat: Die Weidenrinde.

Die Phytotherapie, das Heilen und Lindern von Krankheiten mit Pflanzendrogen ist die älteste Heilkunst der Menschheit. Sie erfolgt in Form von kalten, heißen, alkoholischen, wässrigen oder Öl-Auszügen aus Wurzeln, Rinde, Blättern, Früchten, Samen, Hölzern, Blüten und Knospen, als Tee, Tinktur, Injektion, Salbe, Zäpfchen, Auflagen oder Räucherung.

Naturvölker auf der ganzen Welt nutzten sie schon immer und gaben ihre Erfahrungen mit den regional wachsenden Pflanzen über Generationen weiter. Auch bei uns gab es die Kräuterkundigen, die sich mit den heimischen Pflanzen und ihren Wirkungen bei verschiedenen Krankheiten auskannten. Viel Wissen ist durch geschichtliche Ereignisse wie die Hexenverfolgungen im Mittelalter und durch die moderne Forschung und Pharmaindustrie verloren gegangen.

Aber es gibt eine Rückbesinnung auf die Wurzeln, ein natürliches Wissen und Instinkt in jedem einzelnen, der hinhören möchte, und die Sehnsucht nach dem Verbundensein mit der Natur. Denn die Pflanzen haben einerseits starke, wirkungsvolle Inhaltsstoffe und andererseits eine Wirkung auf die Seele, die wir nutzen können, wenn wir uns mit Vertrauen und Respekt der Pflanzen annähern.

Dies kann auf vielseitige Weise geschehen: Beim sogenannten Waldbaden „Shinrin Yoku“, dem neuen Trend aus Japan. Für uns ist das eigentlich uraltes Wissen, denn der Wald ist unser natürlicher Lebensraum. Zwischen Buchen, Birken, Eichen, Eschen und Tannen – je vielfältiger desto besser - wird nachweislich das Immunsystem durch das Einatmen der Terpene, der Botenstoffe der Bäume gestärkt. Wir gehen in Verbindung mit der Pflanze beim Trinken von Kräutertees, beim Essen, aber auch bei der Anwendung von Tinkturen, Salben, Säften, ätherischen Ölen, Bachblüten, Homöopathie, Bädern und in Tablettenform.

Es wäre schade, die Pflanzen nur auf ihre einzelnen Inhaltsstoffe zu reduzieren. Denn die Pflanze in ihrer Gesamtheit hilft uns, verwurzelt mit der Erde, verbunden mit dem Himmel und in Harmonie mit den Elementen zu sein – also ganz und ein Teil der Natur zu sein. Insbesondere die Wirkstoffe in Kombination mit sekundären Pflanzenstoffen und weiteren noch nicht vollständig erforschten Bestandteilen machen sie heilkräftig und oftmals verträglicher als ein extrahierter, isolierter Wirkstoff.

Und das ist sie wieder: Die Aspirin-Tablette, deren (Acetyl-) Salicylsäure Magenbeschwerden bis zum Magengeschwür (Ulcus ventriculi) verursachen kann. Die in der Weidenrinde enthaltene Salicylsäure aber tut das nicht. Doch sollte man die Kraft der Pflanzen nicht unterschätzen. Phytotherapie gilt als sanfte Medizin. Das ist aber eine Frage der Dosis und der Auswahl. 

Eine Pflanze in Überdosierung kann schaden, die falsche Pflanze ebenfalls. Es gibt auch tödlich giftige Pflanzen wie die Eibe (Taxus), den Fingerhut (Digitalis), den Eisenhut (Aconitum), den Schierling (Conium), die Herbstzeitlose (Colchicum) das Maiglöckchen (Convallaria majalis) und einige andere Pflanzen, die in geringer oder homöopathischer Dosis sehr heilkräftig sind. Pflanzen können sich untereinander verstärken, wie zum Beispiel Anis, Fenchel und Kümmel bei Magen-Darm-Beschwerden. Sie können aber auch gegenteilige Wirkung haben wie beruhigende Pflanzen (Baldrian) und anregende (Rosmarin).

Es gibt Pflanzen, die kontraindiziert sind bei Schwangerschaft oder während einer Chemotherapie. Es gibt welche, die phototoxische oder photosensible Wirkung haben und daher vorsichtig eingesetzt werden müssen. Oder solche, die hormonartig wirken.

Eine fundierte Ausbildung, wie Sie sie an der Arcana Heilpraktikerschule bekommen, sowie Sorgfalt, Respekt und regelmäßige Fortbildung sind daher wichtig, wenn man eine gute Phytotherapeutin oder ein guter Phytotherapeut werden möchten.

Und es lohnt sich: Das Interesse der Patienten wächst, denn Phytotherapie wird wissenschaftlich erforscht - mit Ergebnissen und repräsentativen Studien. Für viele Patienten ist dies wichtig und überzeugend, denn sie möchten sich nicht nur auf das Erfahrungswissen verlassen. Viele Pflanzen besitzen durch die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, eine sogenannte Positiv-Monographie und sind damit offiziell als Heilmittel zugelassen.

In der Arcana-Heilpraktikerschule lernen wir, bei welchen Beschwerdebildern spezifische Pflanzen die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen.

Wir arbeiten praktisch: Sie stellen Zäpfchen und Tinkturen für den Eigenbedarf her, begleiten individuell eine Pflanze durch die Jahreszeiten und präsentieren sie in Form eines Referates. Pflegen die schuleigene Kräuterspirale. Und sie lernen theoretisch: Besprechen die pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffe der Pflanzen, wie ätherische Öle, Alkaloide, Bitterstoffe, Flavonoide, Glykoside, Gerbstoffe, Saponine und Schleimstoffe, lernen die Indikationen, Kontraindikationen und Wechselwirkungen kennen und erhalten einen Überblick über die entsprechenden Präparate und Arzneien.

Dieses Grundlagenwissen wird ergänzt durch Einblicke in Astrologie, Geschichte und Signaturenlehre und gibt uns die Basis, um als Phytotherapeuten sicher in die Praxis zu starten.

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